Home > Info-Brief > Newsletter-Beitrag > GRETA geht auf die Zielgerade

GRETA geht auf die Zielgerade

GRETA Kompetenzmodell für Lehrende

Lehrende in der Weiterbildung könnten schon bald anerkannt und zertifiziert werden

Berlin | Seit Ende 2014 widmet sich das vom BMBF geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt GRETA den „Grundlagen für die Entwicklung eines trägerübergreifenden Anerkennungsverfahrens für die Kompetenzen Lehrender in der Erwachsenen- und Weiterbildung“, siehe auch BBB-Infobrief August 2016. In diesem Projekt, das vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) koordiniert wird, arbeitet der Bildungsverband (BBB) mit weiteren sieben Verbänden der Weiterbildung zusammen.

In der jetzt abgeschlossenen Projektphase wurden Workshops mit Leitungskräften und Lehrenden aus der Erwachsenenbildung durchgeführt, um die entscheidenden Kompetenzen erheben zu können, über die Lehrkräfte verfügen sollten.

Da die Aufgabenstellungen in der Weiterbildung sehr heterogen sind und viele Lehrkräfte freiberuflich arbeiten, sind hier neben didaktischer, methodischer und berufsfachlicher Kompetenz noch weitere Schlüsselqualifikationen gefragt: So müssen die Lehrenden selbständig Curricula entwickeln, als Freiberufler Auftraggeber akquirieren und Angebote auch rechnerisch und finanztechnisch kalkulieren können.Daneben sind natürlich auch professionelle Werthaltungen und Überzeugungen gefragt, die die Teilnehmenden interessieren und motivieren können.

Ergebnis dieser Projektphase ist ein Kompetenzmodell, das alle notwendigen Voraussetzungen für Lehrende in den verschiedenen Bereichen der Erwachsenen- und Weiterbildung erfasst, wo sie als „Kursleiterinnen“, „Teamer“, „Dozentinnen“, „Referenten“, „Lernbegleiterinnen“, „Lernberaterinnen“ oder „Coaches“ zum Einsatz kommen. In einem weiteren Schritt wurden die möglichen Modalitäten einer Anerkennung und Zertifizierung solcher Kompetenzen eruiert. Das Ganze ist natürlich auch kompatibel mit den Kompetenzerfassungskonzepten, die im Rahmen der Empfehlungen der Europäischen Union und des Europäischen und Deutschen Qualifikationsrahmens vorliegen.

In der Endphase wird es noch einmal spannend werden, wenn es um die Frage geht, wie denn solche Kompetenzen anerkannt und zertifiziert werden können, und vor allem, von wem. Hier wurden verschiedene Modelle vorgestellt, wobei sich immer die Frage stellt, ob neben den bereits vorhandenen Anforderungen an die Bildungsträger (Qualitätsmanagementsysteme, Zulassung nach der AZAV-Zulassungsverordnung für die Arbeitsförderung u. a.) hier eine weitere Agentur hinzutreten soll oder ob dies nicht in bereits vorhandenen Strukturen geschehen kann. Dazu wird es noch zwei Treffen der projektbeteiligten Träger geben, bis das Projekt dann im November abgeschlossen sein wird. Wir dürfen gespannt sein.

Walter Würfel

Im Projekt sind acht bundesweite Trägerund Berufsverbände vertreten: Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V. (AdB),

  • Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben (AuL),
  • Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB),
  • Dachverband der Weiterbildungsorganisationen (DVWO),
  • Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE),
  • Deutsche Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF),
  • Deutscher Volkshochschulverband e. V. (DVV),
  • Verband deutscher Privatschulverbände (VdP)
Das könnte Sie auch interessieren
BBB Klausur 2017: Verbandspolitik neu justiert
Editorial | Februar 2017
Mitgliederbefragung 2016
Katja Mast MdB
Gute Arbeit braucht gute Weiterbildung