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Digitalisierung praktisch erfahrbar machen

Berlin | Die gemeinsame Tagung am 3. Mai in Berlin zum Thema Berufsbildung 4.0 von Bildungsverband (BBB), Verband deutscher Privatschulverbände (VdP) und Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) war mit etwa 80 Teilnehmern gut besucht.

Die Einordnung des Themas in einen europäischen Rahmen gab Thiemo Fojkar, Vorsitzender des Bildungsverbandes. Er bezog sich auf eine Einladung des damaligen EU-Kommissars für „Digitale Wirtschaft“ Günter Oettinger, wo sich inzwischen Repräsentanten der deutschen Weiterbildung und Vertreter der Kommission zum Austausch in Brüssel getroffen haben.

Im europäischen Kontext gibt es noch große Unterschiede. Es sei zunächst wichtig, Transparenz herzustellen. Dazu werde der Bildungsverband im nächsten Jahr eine europäische Veranstaltung in Brüssel mitgestalten, stellte Fojkar in Aussicht.

Den nationalen Zusammenhang stellte Dietmar Schlömp her, Bundesgeschäftsführer des VdP. Er betonte, dass es nicht nur um Technik, Medien und Infrastruktur, Smartphones und Tablets geht, sondern um das Erlernen eines verantwortlichen Umgangs mit den Medien und den sozialen Netzwerken. Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), gab eine Einschätzung und einen Überblick über die derzeitigen Modellprojekte und Forschungsvorhaben zum Thema. Er zeigte die Perspektiven für die berufliche Bildung insgesamt auf. Das BiBB sieht seine Aufgabe vorrangig in der Forschung, aber auch in der Praxis-Unterstützung.

Der Nachmittag brachte Greifbares. In drei Impulsrunden wurden verschiedene Konzepte und Tools für die Weiterbildung vorgestellt: Dr. Julia Behrens, Bertelsmann-Stiftung, stellte klar strukturiert eine Be-standsaufnahme vor, die Medien, Technik und soziale Netzwerke umfasste. Manuel Epker von der DicAdemy zeigte anhand von Apps und 3D-Brille, wie leicht es sein kann, neue Themen und animierte Unterrichtsge-staltungen mit neuen Medien zu erstellen.

Und zu guter Letzt zeigte vom Institut für Berufliche Bildung (IBB) Katrin Witte sehr anschaulich, wie die Virtuelle Online Akademie (VIONA) bundesweit tausende von Lehrgangsteilnehmern in virtuellen Klassenräumen weiterbildet.

Das Fazit und den Ausblick gab Peter Gödde, Vorstand der Stiftung Bildung und Handwerk sowie BBB-Mitglied. Es gibt für die gesamte Branche große Herausforderungen, die viele neue Perspektiven bieten, aber auch einen grundsätzlich neuen und kritischen Blick auf die bestehenden Geschäftsmodelle der Weiterbildung notwendig machen.

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