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Berufsbildungsbericht 2014: Der Ausbildungsmarkt verändert sich

Der am 09.04.2014 im Bundeskabinett beschlossene Berufsbildungsbericht 2014 zeigt: Der Ausbildungsmarkt befindet sich in einer Krise:

Trotz einer robusten Konjunktur und steigender Schulabgängerzahlen wurde 2013 ein historischer Tiefstand bei neuen Ausbildungsverträgen erreicht.

Zugleich stieg die Zahl unbesetzter betrieblicher Ausbildungsplätze auf einen Höchststand. Eine zentrale Herausforderung stellen die zunehmenden Matchingprobleme am Ausbildungsmarkt dar. Betriebe klagen über Schwierigkeiten, geeignete Jugendliche für ihre Ausbildungsstellen zu finden. Auf der anderen Seite gibt es noch zu viele Jugendliche, denen der Einstieg in Ausbildung nicht unmittelbar gelingt.

Der Bericht zeigt aber auch, dass die duale Berufsausbildung weiterhin einen hohen Stellenwert in Deutschland hat. Mehr als die Hälfte eines Altersjahrgangs beginnt eine Ausbildung in einem der circa 330 nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO) anerkannten Ausbildungsberufe. Bundesweit gab es Ende 2012 rund 1,43 Millionen Auszubildende. Ein entscheidender Vorzug des dualen Berufsausbildungssystems ist die Nähe zum Beschäftigungssystem. Laut EUROSTAT verzeichnet Deutschland mit unter 8% die niedrigste Jugenderwerbslosigkeit in Europa.

Der Berufsbildungsbericht 2014 zeigt, dass die duale Berufsausbildung vor einer Reihe von Herausforderungen steht, die es – auch im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel – erforderlich machen, hier Veränderungen herbeizuführen. Dies sind vor allem:

  • Weniger neu abgeschlossene Ausbildungsverträge
  • Höchststand bei den unbesetzten Berufsausbildungsstellen
  • Zu viele Bewerber, denen der Einstieg in Ausbildung nicht unmittelbar gelingt
  • Matching als zentrale Herausforderung
  • Rückgang der betrieblichen Ausbildungsbeteiligung
  • Gewichtung zwischen Hochschulbereich und dualer Berufsausbildung verschiebt sich
  • Die deutsche Wirtschaft wird bald jeden jungen Menschen brauchen
  • Weniger Anfänger im Übergangsbereich