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Unbesetzte Ausbildungsplätze

BBB warnt vor Verschärfung des Fachkräftemangels

Rund 40 Prozent der Lehrstellen werden zu „Leerstellen“.

Der Bildungsverband (BBB) warnt vor einer Verschärfung des ohnehin großen Fachkräftemangels in Deutschland. Anlass sind aktuelle Zahlen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): Demnach blieben im Ausbildungsjahr 2021 rund 40 Prozent aller Lehrstellen unbesetzt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund meldet bei der Zahl abgeschlossener Ausbildungsverträge – nach einem Rückgang von bereits 13,5 Prozent im Jahr 2020 – für 2021 ein weiteres Minus von 7,7 Prozent.

Unternehmen tun sich derzeit besonders schwer, geeignete Bewerber*innen zu finden: 60 Prozent der Ausbildungsplätze wurden nicht besetzt. Besonders kleinere Betriebe haben Probleme, qualifizierten Nachwuchs zu finden.

„Assistierte Ausbildung flexibel“ der Bundesagentur für Arbeit wird nicht angenommen

Als Gegenmittel rät das IAB zu Praktika sowie Einstiegsqualifizierung. Das neue zentrale Regelförderinstrument der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Übergang zwischen Schule und Beruf, die „Assistierte Ausbildung flexibel“ (AsAflex), wird nach Einschätzung des BBB nicht angenommen. Die für Oktober 2021 angekündigte Ausschreibungswelle ist mangels Nachfrage durch die örtlichen Arbeitsagenturen ausgefallen.

Der BBB fordert in diesem Zusammenhang eine Ausbildungsgarantie für junge Menschen, eine Neujustierung von AsAflex sowie die Wiederbelebung der Berufseinstiegsbegleitung zur Berufsorientierung.

Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des BBB: „Eine bedeutsame Anzahl von Jugendlichen fühlt sich mitten in der Pandemie am Übergang zwischen Schule und Beruf teilweise alleine gelassen. Die öffentliche Hand wie auch die Unternehmen selbst müssen diesen jungen Menschen jetzt schnell mit (Aus-)Bildungsunterstützung helfen. Sonst entsteht erstens eine verlorene Generation, was an sich bereits schlimm genug wäre. Doch zweitens verschlimmert sich somit der ohnehin bereits große Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft. Beides darf nicht passieren!“