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Bündnis fordert: Zulassungsstopp bei Integrationskursen aufheben

Der BBB ist Teil des Bündnisses „Gesamtprogramm Sprache retten“. Gemeinsam mit Verbänden aus Bildung, Sozialwirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft haben wir einen Appell zum faktischen Zulassungsstopp bei Integrationskursen veröffentlicht.

Hintergrund ist die Entscheidung des Bundesinnenministers, die Zulassungen zu Integrationskursen nach § 44 Abs. 4 AufenthG bis auf Weiteres auszusetzen. Dadurch bleiben allein im laufenden Haushaltsjahr rund 130.000 Lernwillige ohne Zugang zu einem Sprachkurs . Betroffen sind unter anderem Geflüchtete aus der Ukraine, Menschen im Asylverfahren, Geduldete sowie Unionsbürgerinnen und -bürger, die zwar nicht zum Kursbesuch verpflichtet sind, aber Deutsch lernen möchten, um sich in Deutschland zu integrieren und am Arbeitsmarkt teilzunehmen .

Sprachförderung ist Schlüssel zur Integration

Als Bündnis machen wir deutlich: Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Integrationskurse verbessern nachweislich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sind eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse droht vielen Menschen eine dauerhafte Beschäftigung unterhalb ihrer Qualifikation oder eine längere Abhängigkeit von Sozialleistungen.

Gleichzeitig gefährdet der Zulassungsstopp die bestehenden Strukturen der Integrationskurse. Viele Träger können Kurse aufgrund fehlender Teilnehmender nicht mehr starten. Dadurch geraten gewachsene Bildungsstrukturen unter Druck, und auch Arbeitsplätze von Lehrkräften stehen auf dem Spiel.

Das Bündnis warnt außerdem vor negativen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft: Wenn Zugewanderte nicht frühzeitig Deutsch lernen können, verzögert sich ihre Integration in Beschäftigung. Angesichts des Fachkräftemangels ist dies auch wirtschaftspolitisch problematisch.

Erstorientierungskurse können Integrationskurse nicht ersetzen

Teilweise wird argumentiert, dass die Ausweitung von Erstorientierungskursen die entstandene Lücke schließen könne. Das Bündnis stellt klar: Erstorientierungskurse sind keine Sprachkurse. Sie vermitteln grundlegende Informationen über das Leben in Deutschland, führen aber nicht zu einem anerkannten Sprachniveau oder Sprachzertifikat und reichen in der Regel nicht aus, um am Arbeitsmarkt teilzunehmen.

Appell des Bündnisses

Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis „Gesamtprogramm Sprache retten“:

  • die umgehende Wiederaufnahme der Zulassungen zu Integrationskursen nach § 44 Abs. 4 AufenthG,
  • die Sicherung und Stabilisierung der bestehenden Integrationskursstrukturen,
  • sowie eine Sprachförderpolitik, die Integration und Arbeitsmarktintegration von Anfang an ermöglicht.

Den vollständigen Appell des Bündnisses finden Sie hier.