Integrationskurse sind eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und die Integration in Ausbildung und Arbeit. Sie vermitteln nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch wichtige Orientierungs- und Alltagskompetenzen, die den Einstieg in das Leben in Deutschland erleichtern. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung: Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des steigenden Fachkräftebedarfs sind erfolgreiche Integrations- und Qualifizierungswege für zugewanderte Menschen von großer Bedeutung. Internationale Studien belegen zudem, dass Integrationskurse die Beschäftigungschancen nachhaltig verbessern und damit sowohl den Betroffenen als auch Wirtschaft und Gesellschaft zugutekommen.
Dennoch droht den Integrationskursen eine erhebliche Unterfinanzierung. Für das Jahr 2027 sind bislang lediglich 650 Millionen Euro im Bundeshaushalt vorgesehen – deutlich weniger als erforderlich, um den tatsächlichen Bedarf zu decken und die integrationspolitischen Zusagen der Bundesregierung einzuhalten. Nach Einschätzung der beteiligten Verbände werden mindestens 900 Millionen Euro benötigt, um ausreichend Kursplätze bereitzustellen und eine verlässliche Planung für Träger und Teilnehmende zu ermöglichen.
Hinzu kommt, dass die Erstattungssätze für Kursträger und die Mindesthonorare für Lehrkräfte seit mehr als vier Jahren nicht an die gestiegenen Energie-, Miet- und Personalkosten angepasst wurden. Gleichzeitig sorgen politische Entscheidungen wie die zeitweise Aussetzung der Zulassung freiwilliger Teilnehmender und die künftig geplante Kontingentierung von Kursplätzen für zusätzliche Unsicherheit. Die Folge könnten längere Wartezeiten, weniger Kursangebote und der Verlust bewährter Strukturen sein – mit negativen Auswirkungen auf Integration, Arbeitsmarkt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Gemeinsam fordern wir im Verbändebündnis Gesamtprogramm Sprache, bestehend aus Wohlfahrtsverbänden, Bildungsträgern, Gewerkschaften und Fachverbänden:
- mindestens 900 Millionen Euro für Integrationskurse im Bundeshaushalt 2027,
- die Öffnung der Integrationskurse für alle zugewanderten Menschen,
- eine Erhöhung des Kostenerstattungssatzes für Träger um 10 Prozent sowie die Anpassung der Mindesthonorare für Lehrkräfte an die Tarifentwicklung.
Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zu einer starken Integrationspolitik bekannt. Jetzt gilt es, dieses Versprechen einzulösen und die finanziellen Voraussetzungen für erfolgreiche Integration zu schaffen. Denn ohne ausreichende Sprachförderung kann weder gesellschaftliche Teilhabe noch eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration gelingen.
Hier finden Sie das Forderungspapier.
