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Bildungsträgertreffen der BA in Nürnberg: Intensiver Austausch und wichtige Impulse für die Praxis

Nürnberg war auch in diesem Jahr wieder zentraler Treffpunkt der Weiterbildungsbranche mit der BA: Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Bildungsverbänden und insbesondere den Trägereinrichtungen aus ganz Deutschland folgten der Einladung der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Bildungsträgertreffen.

Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung war dabei wieder stark vertreten. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden waren Teil des BBB.

Bereits am Vorabend hatte der BBB traditionell zu einem gemeinsamen Netzwerk-Abendessen eingeladen. In offener und kollegialer Atmosphäre nutzten Mitglieder und Gäste die Gelegenheit für persönliche Gespräche, fachlichen Austausch und neue Kontakte. Der gelungene Auftakt spiegelte sich auch im intensiven Dialog des folgenden Tages wider.

 

Beiträge der BA: Strategische Linien und aktuelle Entwicklungen

Im Zentrum des offiziellen Programms standen die Vorträge der BA, die einen Einblick in aktuelle Entwicklungen der Arbeitsförderung gaben. Dabei wurde deutlich: Die finanziellen Mittel entwickeln sich (noch) positiv, zugleich rückt die Frage nach der Wirksamkeit der eingesetzten Instrumente immer stärker in den Fokus.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung von Beschäftigten (Beschäftigten-Qualifizierung, §82 SGB III). Die BA sieht hier ein zentrales Instrument zur Fachkräftesicherung. Die meisten Teilnehmenden (60 Prozent) gehören Betrieben bis zu 50 Mitarbeitern an. Hier liegt aber auch das größte Potenzial: Denn viele kleine Betriebe nutzen die vorhandenen Möglichkeiten noch nicht, weil sie nicht von diesen wissen oder weil die Beantragung zu komplex ist. Künftig sollen Verfahren digitalisiert und der Zugang weiter erleichtert werden, teilte die BA.

Bei den Förderinstrumenten insgesamt zeigt sich ein differenziertes Bild: Während die berufliche Weiterbildung an Bedeutung im Rechtskreis SGB III gewonnen hat, sind andere Angebote – insbesondere im Bereich niedrigschwelliger Maßnahmen im SGB II – rückläufig.

Die Förderung von Langzeitarbeitslosen (Eingliederung von Langzeitarbeitslosen, §16e SGB II) wird neu ausgerichtet, um mehr Menschen zu erreichen. Gleichzeitig wird die Freie Förderung (§16f SGB II) flexibler nutzbar gestaltet, insbesondere für Personen mit besonderen Unterstützungsbedarfen. Für junge Menschen stehen Weiterentwicklungen bestehender Programme im Fokus, darunter „Startklar“ sowie die Assistierte Ausbildung (§74 SGB III). Die Berufseinstiegsbegleitung (BerEB) befindet sich aktuell in einer grundlegenden Überarbeitung.

 

Themeninseln: Praxisperspektiven und konkrete Diskussionspunkte

In den anschließenden Themeninseln wurde der Dialog zwischen BA und Bildungsträgern vertieft. Hier standen konkrete Herausforderungen aus der Praxis, Rückmeldungen der Träger sowie geplante Weiterentwicklungen im Mittelpunkt.

Kostenzustimmung: Zwischen Qualitätsanspruch und Umsetzbarkeit

In der Themeninsel zur Kostenzustimmung wurde die neue fachliche Weisung der BA diskutiert. Künftig solle besondere Aufwendungen – etwa für Personal, Barrierefreiheit oder kleinere Gruppen – klarer und nachvollziehbarer durch die Fachkundigen Stellen begründet werden. Die entsprechenden Anforderungen wurden dafür geschärft.

 

Trägerportal: Große Erwartungen an die Digitalisierung

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Planungen für ein zentrales Trägerportal. Die BA stellte den aktuellen Stand vor: Derzeit befindet sich das Projekt in der Konzeptionsphase, die Umsetzung ist in mehreren Stufen geplant.

Ziel des Portals ist es, die bislang oft fragmentierte Kommunikation – per E-Mail, Post oder über verschiedene Systeme – zu bündeln, zu vereinfachen und zentral zu digitalisieren.

Kritisch wurde angemerkt, dass bereits bestehende Digitalisierungsanforderungen – etwa die für den 25. März 2026 vorgesehene Reaktivierung von E-Mail-Postfächern in den Agenturen – noch nicht überall umgesetzt sind.

 

Jugendmaßnahmen: Zukunft der Berufseinstiegsbegleitung im Fokus

Die Themeninsel zu den Jugendmaßnahmen widmete sich insbesondere der Weiterentwicklung der Berufseinstiegsbegleitung (BerEB). Die BA stellte dar, dass das Instrument weiterhin als wirksam und wichtig eingeschätzt wird, jedoch zunehmend unter Druck steht, da die Kofinanzierung durch die Länder in vielen Regionen zurückgeht.

Ziel der BA ist es, das Instrument zu stabilisieren und möglichst wieder stärker in die Fläche zu bringen.

Der BBB hat sich bereits aktiv in die Evaluation der BerEB eingebracht und wird den Weiterentwicklungsprozess weiterhin eng begleiten.