Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung e.V. (BBB) hat gemeinsam mit weiteren Verbänden der Mittelstandsallianz eine Stellungnahme zum Sozialpartnerdialog der Bundesregierung veröffentlicht. Anlass ist das für den 10. Juni 2026 geplante Spitzengespräch im Bundeskanzleramt. Die unterzeichnenden Verbände fordern, den Mittelstand und seine Organisationen stärker in wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Debatten einzubeziehen.
Die Verbände begrüßen den Austausch zwischen Bundesregierung, Gewerkschaften und tarifgebundenen Arbeitgeberverbänden. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass die wirtschaftliche Realität Deutschlands deutlich breiter ist. Familienunternehmen, Dienstleister, Selbstständige, innovative Wachstumsunternehmen und zahlreiche mittelständische Betriebe prägen den Wirtschaftsstandort ebenso wie die klassischen Sozialpartner.
Gerade für die berufliche Bildung ist diese Perspektive von besonderer Bedeutung. Mittelständische Unternehmen stellen den größten Teil der Arbeits- und Ausbildungsplätze in Deutschland. Sie sind zentrale Partner bei der Qualifizierung von Fachkräften und maßgeblich daran beteiligt, die wirtschaftliche Transformation erfolgreich zu gestalten.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage stellt viele Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Fachkräftemangel, steigende Arbeitskosten, hohe bürokratische Anforderungen und zunehmende Investitionszurückhaltung belasten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Umso wichtiger ist es aus Sicht der Verbände, die Erfahrungen und Perspektiven des Mittelstands systematisch in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
Die gemeinsame Stellungnahme verweist zudem auf zahlreiche Reformvorhaben, die für Unternehmen und Bildungsträger gleichermaßen relevant sind. Dazu zählen unter anderem der Abbau bürokratischer Belastungen, die Modernisierung des Statusfeststellungsverfahrens, eine leistungsfähige digitale Verwaltung sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Beschäftigung, Qualifizierung und Fachkräftesicherung.
Für den BBB ist klar: Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland hängt wesentlich von der Qualifizierung seiner Beschäftigten ab. Weiterbildung ist kein nachgelagerter Faktor, sondern eine zentrale Voraussetzung für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und erfolgreiche Transformation. Deshalb müssen die Akteure der beruflichen Bildung ebenso wie die mittelständische Wirtschaft bei wichtigen wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Weichenstellungen gehört werden.
Der BBB wird sich gemeinsam mit seinen Partnern in der Mittelstandsallianz weiterhin dafür einsetzen, dass die Perspektiven des Mittelstands und der Weiterbildungsbranche in politische Entscheidungsprozesse einfließen. Ziel ist ein breiter Wirtschaftsdialog, der die Vielfalt der deutschen Unternehmenslandschaft und die Bedeutung von Bildung und Qualifizierung angemessen berücksichtigt.
Die vollständige gemeinsame Stellungnahme der beteiligten Verbände finden Sie hier.
