Am 8. und 9. Oktober 2026 kamen die Mitglieder des Bundesverbands der Träger beruflicher Bildung (BBB) in der Landesvertretung Bremen in Berlin zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen der Weiterbildungsbranche, politische Rahmenbedingungen und die zukünftige Entwicklung des Verbandes. Das Mitgliederforum bot vielfältige Impulse aus Politik, Wissenschaft und Praxis. Die anschließende Mitgliederversammlung widmete sich der Verbandsentwicklung, den Finanzen und aktuellen tarifpolitischen Fragen.
Weiterbildung als Schlüssel für Wirtschaft und Gesellschaft

BBB-Vorstandsvorsitzender Thiemo Fojkar eröffnet das Mitgliederforum
Mit den Worten „Ohne Weiterbildung ist alles nichts“ eröffnete BBB-Vorstandsvorsitzender Thiemo Fojkar das Mitgliederforum. Er betonte die Bedeutung beruflicher Weiterbildung für wirtschaftlichen Wohlstand, gesellschaftliche Teilhabe und sozialen Zusammenhalt. Angesichts des Strukturwandels, steigender Arbeitslosigkeit und der rasanten Entwicklung Künstlicher Intelligenz müsse Weiterbildung stärker in den Mittelpunkt der politischen Debatte rücken.
Wie gelingt der Durchbruch bei der Nationalen Weiterbildungsstrategie?

Paneldiskussion mit (v.l.) Milena Pflügl (Didacta Verband), Dr. Sven Rahner (BMAS), Petra Densborn (stellv. Vorsitzende BBB) und Sylvia Rietenberg (Bündnis 90/Die Grünen)
Darüber diskutierten Dr. Sven Rahner (BMAS), Sylvia Rietenberg MdB (Bündnis 90/Die Grünen) und Milena Pflügl (Didacta Verband) unter der Moderation von Petra Densborn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des BBB. Im Mittelpunkt standen die Finanzierung der Weiterbildung, der Zugang zu Qualifizierung und die stärkere Einbindung von Bildungsträgern in politische Entscheidungsprozesse.

Leonie Gebers, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei ihrem Grußwort
Auch Leonie Gebers, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, unterstrich in ihrem Grußwort die Schlüsselrolle der Weiterbildung für die Bewältigung des wirtschaftlichen und technologischen Wandels. Weiterbildung müsse vorausschauend gestaltet werden, um Beschäftigte auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten.
Weitere fachliche Impulse widmeten sich der Grundbildung und gesellschaftlichen Teilhabe, den Herausforderungen beim Übergang in Ausbildung und Beruf sowie der Digitalisierung der Verwaltung. Dabei wurden unter anderem das Projekt „GrundBildungsBrücken“, Reformperspektiven für den Übergangssektor und die Potenziale der europäischen digitalen Identität (EUDI Wallet) vorgestellt. Ein weiteres Grußwort hielt Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand.
Fachkräftesicherung durch Qualifizierung und Integration

Paneldiskussion mit (v.l.) Dr. Andreas Vortisch (IAB), Achim Albrecht (stellv. Vorsitzender BBB) und Daniel Raja (Der Mittelstand. BVMW)
Die abschließende Podiumsdiskussion mit Dr. Andreas Vortisch (IAB) und Daniel Raja (Der Mittelstand. BVMW), moderiert von Achim Albrecht, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BBB, richtete den Blick auf die Fachkräftesicherung durch Qualifizierung und internationale Zuwanderung.
Die Diskussion verdeutlichte, dass Fachkräfteeinwanderung, Sprachförderung und berufliche Qualifizierung stärker zusammengedacht werden müssen. Bildungsträger übernehmen dabei eine wichtige Rolle, um internationale Fachkräfte auf ihrem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt zu begleiten und langfristige Beschäftigungsperspektiven zu schaffen.
Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen hatten die Mitglieder Gelegenheit, die Gespräche zu vertiefen und sich untereinander zu vernetzen.
Mitgliederversammlung: Positive Entwicklung und gemeinsame Perspektiven
Am 9. Oktober fand die ordentliche Mitgliederversammlung des BBB statt. Vorstandsvorsitzender Thiemo Fojkar und Geschäftsführer Sören Kosanke blickten auf die Entwicklung des Verbandes und die Schwerpunkte der vergangenen Verbandsarbeit zurück.
Mit inzwischen 195 Mitgliedern setzt der BBB seinen Wachstumskurs fort. Die zunehmende Vielfalt der Mitgliedsunternehmen stärkt die gemeinsame Interessenvertretung der Weiterbildungsbranche. Zu den zentralen Themen gehörten die politische Verbandsarbeit, die Weiterentwicklung der Fachgruppen, nationale und europäische Kooperationen sowie der Ausbau der Mitgliederkommunikation.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung des Verbandes wurde vorgestellt. Das Geschäftsjahr 2025 konnte mit einem Überschuss abgeschlossen werden. Nach dem Bericht der Revisorin Petra Gaßmann wurde der Vorstand einstimmig entlastet.
Ein weiterer Schwerpunkt war die tarifpolitische Arbeit der Zweckgemeinschaft des BBB. Klaus Knappstein berichtete über den Stand der Verhandlungen zum Branchentarifvertrag. Die Beratungen werden in der Mitgliederversammlung der Zweckgemeinschaft am 21. Oktober 2026 fortgesetzt.
Gemeinsam für eine starke berufliche Weiterbildung
Die beiden Veranstaltungstage haben gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Bildungsträgern, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft ist. Berufliche Weiterbildung braucht verlässliche Finanzierung, weniger bürokratische Hürden und Rahmenbedingungen, die hochwertige und bedarfsgerechte Qualifizierung ermöglichen.
Der BBB wird sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern weiterhin dafür einsetzen, Weiterbildung als zentrale Säule des Bildungssystems zu stärken und die Interessen der Branche auf nationaler und europäischer Ebene zu vertreten.
Wir danken allen Referentinnen und Referenten sowie unseren Mitgliedern für die konstruktiven Diskussionen und den persönlichen Austausch.
