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BBB fordert praxisnahe Weiterentwicklung arbeitsmarktpolitischer Instrumente

Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (BBB) begrüßt die Überprüfung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente nach dem SGB II und SGB III durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). In seiner Stellungnahme legt der Verband konkrete Vorschläge vor, um die Arbeitsförderung wirksamer, flexibler und bürokratieärmer zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen die individuellen Förderbedarfe der Teilnehmenden sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Bildungsträger.

 

Mehr Flexibilität und weniger Bürokratie in der Arbeitsförderung

Aus Sicht des BBB bieten die bestehenden Förderinstrumente bereits zahlreiche Möglichkeiten, Menschen beim Einstieg oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. In der praktischen Umsetzung erschweren jedoch starre Vorgaben, umfangreiche Dokumentationspflichten und uneinheitliche Verwaltungsverfahren häufig eine bedarfsgerechte Förderung.

Der Verband fordert deshalb, vorhandene Handlungsspielräume konsequenter zu nutzen und insbesondere Leistungsbeschreibungen, Vergabeverfahren und Vertragsbedingungen praxisgerechter auszugestalten. Dabei sollten nicht allein kurzfristige Vermittlungserfolge zählen, sondern auch individuelle Kompetenzfortschritte, soziale Stabilisierung und nachhaltige Beschäftigungsperspektiven berücksichtigt werden.

 

Individuelle Förderung und berufliche Qualifizierung stärken

Ein Schwerpunkt der Stellungnahme liegt auf der Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sowie der Ausbildungsförderung. Der BBB spricht sich unter anderem für flexiblere Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine (AVGS), eine flächendeckende Berufseinstiegsbegleitung und bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für junge Menschen aus.

Auch die berufliche Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten muss stärker an individuellen Lernvoraussetzungen und betrieblichen Anforderungen ausgerichtet werden. Digitale, hybride und modular aufgebaute Lernangebote können dabei helfen, Qualifizierung flexibler und zugänglicher zu gestalten.

 

Deutlichen Reformbedarf sieht der BBB beim Qualifizierungsgeld. Aufgrund der bislang geringen Inanspruchnahme fordert der Verband, das Instrument grundlegend zu vereinfachen und zu überarbeiten oder in seiner bestehenden Form abzuschaffen.

 

Digitalisierung gemeinsam mit Bildungsträgern gestalten

Die Digitalisierung von Antrags-, Gutschein- und Abrechnungsverfahren bietet aus Sicht des BBB erhebliche Potenziale zum Bürokratieabbau. Entscheidend ist jedoch, dass nicht nur die Kommunikation zwischen Verwaltung und Leistungsberechtigten digitalisiert wird, sondern auch Bildungsträger als Leistungserbringer in die Verfahren eingebunden werden.

Darüber hinaus sollen innovative Lernformen, einschließlich KI-gestützter Angebote, stärker berücksichtigt werden. Voraussetzung bleiben verbindliche Qualitätsstandards, individuelle Betreuung und Datenschutz.

 

Wirksamkeit und Praxistauglichkeit in den Mittelpunkt stellen

Der BBB setzt sich für eine Weiterentwicklung der bestehenden Förderinstrumente ein, die sich konsequent an ihrer Wirksamkeit und praktischen Umsetzbarkeit orientiert. Vorrangig sollten bestehende gesetzliche Spielräume genutzt und bürokratische Anforderungen reduziert werden. Wo dies nicht ausreicht, sind gezielte gesetzliche Anpassungen erforderlich.

Die Erfahrungen der Bildungsträger müssen dabei frühzeitig in die Entwicklung und Umsetzung von Reformen einfließen. Nur so können arbeitsmarktpolitische Instrumente ihre Wirkung entfalten und Menschen nachhaltig beim Zugang zu Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung unterstützen.

 

Die vollständige Stellungnahme des BBB zur Überprüfung arbeitsmarktpolitischer Instrumente steht hier zum Download bereit.